Ausgekochter Kartoffelbetrug

30.09.2019 -

Waldzell – (Update vom 04.10.2019 am Ende des Beitrages) Am Samstagnachmittag ging die Polizeistreife einen anonymen Hinweis nach und überprüfte in Waldzell ein Anwesen wegen angeblichen Kartoffelbetrugs. Der Eigentümer soll im großen Stil Kartoffeln von einem Verbrauchermarkt in Lohr a. Main erwerben und anschließend als „Kartoffeln vom Bauer“ weiterveräußern. Vor Ort konnte der Kartoffelbesitzer in seiner Garage auf frischer Tat angetroffen werden. In der Garage lagerten insgesamt noch 500 kg Kartoffeln, in Säcken zu je 5kg und 12,5kg, verpackt. Weiterhin konnte eine Vielzahl von leeren, entsorgten Kartoffelsäcken mit Etiketten des Verbrauchermarktes aufgefunden werden. Aufgrund der drückenden Beweislage zeigte sich der Besitzer geständig.

Er kaufte in den letzten zwei Wochen insgesamt 600kg Kartoffeln, in 5kg Säcke verpackt zu einem Preis von 1,65 Euro pro Sack und lagerte sie in seiner Garage. Dort füllte er die Kartoffeln in neutrale Säcke, zu je 5 kg und 12,5kg, um und verkaufte diese zu einem bedeutend höheren Preis. Um das Ganze noch gewinnbringender zu verkaufen, bot er die angekaufte Sorte „Gala“, als höherwertige Biokartoffel der Sorte „Linda“ und „Belana“ an. Hierzu gab er noch Annoncen in örtlichen Druckmedien auf.

Der Kartoffelverkäufer zeigte noch an Ort und Stelle Reue und stellte die restlichen ca. 50 Kartoffelsäcke mit ca. 500 kg Kartoffeln der Lohrer Tafel zur Verfügung. Da es seit ca. zwei Wochen kaum noch Kartoffelspenden an die Lohrer Tafel gegeben hätte, holte ein Mitarbeiter der Tafel die Kartoffeln sofort freudestrahlend mit dem eigenen Transporter ab.

Die bisher noch unbekannten betrogenen Erwerber werden gebeten sich bei der Polizei Lohr a.  Main unter der Tel. 09352/87410 zu melden.

Der Kartoffelverkäufer beabsichtigt nächstes Jahr eigene Biokartoffeln anzupflanzen und diese weiterzuverkaufen.

 

Nachtrag vom 04.10.: Auch Biotomaten verkauft

In Sachen Kartoffelbetrug konnte weiterhin festgestellt werden, dass vom selben Anbieter auch Tomaten als Biotomaten verkauft wurden. Diesbezüglich gab der Verkäufer ebenfalls in örtlichen Druckmedien Annoncen auf. Wieviel Tomaten verkauft wurden, steht bisher noch nicht fest. Anlässlich der Kartoffeln meldeten sich bisher zwei Geschädigte bei der Polizei. Sie konnten die Kartoffeln wieder beim Verkäufer zurückgeben und erhielten ihr Geld zurück. Hinsichtlich der Tomaten meldete sich, nach neuesten Stand der Ermittlungen, bisher eine Geschädigte. Sie kaufte 1 kg Tomaten für vier Euro und 10 kg Kartoffeln für 1,45 Euro pro Kilogramm.

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