31.07.2026

Die Festbierprobe 2026

12 Schläge und das erste Festbier fließt

Es ist soweit: Das erste Fass Martinsbräu Festbier ist angezapft! Die Brauerei lud am Freitag vor Eröffnung der Laurenzi-Messe zahlreiche Ehrengeäste aus Landwirtschaft, Politik und Gesellschaft zur Bierprobe in die Brauerei ein.

Verantwortungsvoller Genuss für ein echtes Miteinander

Maria Martin begann ihre Festansprache mit einer Warnung, die bei einer Festbierprobe durchaus für Schmunzeln sorgte: An diesem Abend werde tatsächlich Bier ausgeschenkt. Hinter dem Scherz steckte jedoch eine klare Botschaft. Die Brauereichefin kritisierte, dass Alkohol zunehmend pauschal verurteilt werde und dabei kaum noch zwischen bewusstem Genuss und übermäßigem Konsum unterschieden werde. Für Martin gehört Bier in Bayern nicht nur ins Festzelt, sondern vor allem zu einem geselligen Miteinander: beim Vereinsfest, mit Freunden und Nachbarn oder eben auf der Laurenzi. Gemeinsam anzustoßen bedeutet dabei nicht, maßlos zu trinken. Letztlich sind es die Brauer, die seit vielen Jahren mit zahlreichen Aktionen genau dafür werben, bewusst zu genießen.

Wer ganz auf Alkohol verzichten möchte, kann das ohnehin längst tun und muss dabei auch nicht auf Biergenuss verzichten. Neben der alkoholfreien Maß im Festzelt gibt es seit diesem Jahr auch ein alkoholfreies Helles der Martinsbräu, das ebenfalls im Weindorf ausgeschenkt wird.

Dass im Laurenzi-Festbier tatsächlich viel Heimat steckt, zeigte sich auch an den Ehrengästen des Abends. Neben Vertretern aus Politik und Wirtschaft begrüßte die Martinsbräu jene Landwirte, auf deren Feldern ein Teil der Rohstoffe für das Marktheidenfelder Bier wächst. Regionalität beginnt schließlich nicht erst auf dem Etikett. Sie beginnt auf den Feldern, bei der täglichen Arbeit der Landwirte und bei der bewussten Entscheidung, möglichst viele Zutaten aus der Heimat zu verwenden.

„Mein Bruder und ich haben Lust darauf ein traditionsreiches Handwerk weiterzuführen.“

Trotz aller weltpolitischen Widrigkeiten seit dem Einstieg der Brüder Veit und Luis in die Familienbrauerei wollen sie auch weiterhin mit großem Engagement und persönlichem Einsatz vorangehen, neue Produkte auf den Markt bringen und zugleich die Braukultur sowie das traditionelle Handwerk in der Stadt erhalten und weiterentwickeln. Braumeister Luis Pfeuffer-Martin erinnerte daran, wie viel Wissen, Erfahrung und Handarbeit in einem guten Bier stecken. Vom Einkauf der Rohstoffe über den Brauprozess bis zur Abfüllung brauche es zahlreiche Arbeitsschritte und vor allem ein Team, das zuverlässig zusammenarbeite – mit Engagement, Leidenschaft und erkennbarem Stolz auf das, was gemeinsam in der Brauerei entstehe.

Zwölf Schläge

Nach den Reden kam der Moment, auf den alle gewartet hatten: der traditionelle Fassanstich. Tradition bedeutet in Hädefeld auch, dass noch ein echtes Holzfass mit Naturkorken angezapft wird. Dass ein solcher Naturkorken gelegentlich einen eigenen Willen entwickelt, erlebte Bürgermeister Thomas Stamm bereits bei den ersten Schlägen. Der Korken zeigte sich zunächst wenig beeindruckt von der Autorität des Marktheidenfelder Stadtoberhauptes.

Am Ende brauchte Stamm zwölf Schläge, bis das Festbier floss. Ein Fass mit Schraubverschluss oder einer ähnlich bequemen Lösung wird es deshalb im kommenden Jahr trotzdem nicht geben. Das widerspräche nicht nur der Tradition. Es gehört inzwischen schlicht zur inoffiziellen Stellenbeschreibung eines Marktheidenfelder Bürgermeisters, einen Naturkorken irgendwie und unter vollem persönlichen Einsatz in ein Fass der Martinsbräu zu treiben. Auch deshalb, weil es alternativlos ist: Eine Laurenzi ohne Festbier? Undenkbar.

In seiner Rede gratulierte Thomas Stamm der Martinsbräu zum gelungenen Festbier und würdigte die Arbeit des gesamten Teams. Es sei bemerkenswert, dass sich eine vergleichsweise kleine Brauerei dank der hervorragenden Arbeit ihrer Mitarbeiter und mit ausgezeichneten Produkten erfolgreich in einem schwierigen Markt behaupten könne.

Sein Dank galt ausdrücklich auch den Beschäftigten des Brauerei-Biergartens. Dieser habe sich längst zu einer echten Institution in Marktheidenfeld entwickelt und trage mit seiner besonderen Atmosphäre viel zur positiven Außenwirkung der Stadt bei.

Landrat Christoph Vogel bewies in seiner Rede, dass er die Laurenzi-Messe verstanden hat. Eine Urlaubsreise kommt für ihn in dieser Zeit nicht infrage. Es ist schließlich Mess’, und mit diesem Fest verbindet er seit Langem viele schöne Momente. Die Laurenzi ist ein absolutes Highlight im Veranstaltungskalender des Landkreises und schlicht einzigartig.

Die Laurenzi-Messe habe etwas, das andere Volksfeste nicht hätten: die Verbindung zwischen Markt und Zelt, Vergnügungspark und Weindorf. Aber auch die lange Tradition der Festwirtsfamilie Papert, die seit mehr als 60 Jahren ein Stück Laurenzi-Geschichte ist, wusste der Landrat zu würdigen.

Die Laurenzi-Messe steht seit jeher für Brauchtum und Geselligkeit, Leidenschaft und die Verbindung von Tradition und Gegenwart.

Christian Papert erinnerte an die vielen Monate Arbeit, die alle Beteiligten investieren, um eine solch einmalige Veranstaltung mit Markt, Vergnügungspark, Weindorf und Festzeltbetrieb zu organisieren. Er verwies außerdem auf die Vielfalt der Speisen und Getränke: Sowohl alkoholfreies Bier und alkoholfreier Wein als auch vegetarische und vegane Speisen ergänzen das Angebot.

Laurenzi ist ein Fest des Miteinanders – und für jeden gibt es ein Angebot, das zum gemeinsamen Feiern einlädt.

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