
Es gibt Fahrgeschäfte, die müssen laut sein. Sie drehen sich, überschlagen sich, beschleunigen und sorgen schon beim Zuschauen für weiche Knie. Und dann gibt es eines, das eigentlich genau das Gegenteil macht. DAS Riesenrad.
Es dreht seine Runden langsam, fast ein bisschen majestätisch. Und trotzdem gehört es für viele genauso zu einem Volksfest wie Festbier, gebrannte Mandeln und Autoscooter. Denn wer oben angekommen ist, sieht plötzlich das große Ganze.
Und in diesen Tagen vor allem eines: unsere Laurenzi-Messe.
38 Meter ragt „DAS Riesenrad“ von Robert Scheidacher über den Marktheidenfelder Festplatz. 26 rundum verglaste Panorama-Gondeln mit jeweils sechs Plätzen drehen ihre Runden. Rundherum leuchtet, blinkt und pulsiert die Mess’ – und für einen kurzen Moment sitzt man trotzdem beinahe völlig ruhig darüber. Vielleicht entdeckt man Freunde zwischen den Buden und Fahrgeschäften. Man sieht den Main, die Stadt und die Dächer von Marktheidenfeld aus einer Perspektive, die es eben nur ein paar Tage im Jahr gibt. Während unserer Hädefelder Jahreszeit – während unserer Mess´.
Eine Runde Riesenrad ist eine kleine Pause, ein Mini-Urlaub – mitten auf der Mess`
Und genau darum geht es Robert Scheidacher.
Er betreibt „DAS Riesenrad“ als Schausteller in dritter Generation. Schaustellerei ist für ihn kein Beruf, auf den man sich irgendwann beworben hat. Es ist ein Leben, das von Generation zu Generation weitergegeben wurde. Und das Robert Scheidacher diesen Beruf mit echtem Herzblut macht, das sieht man und merkt man auch, wenn er stolz über sein Riesenrad spricht. Hinter diesen ruhigen Runden steckt allerdings eine gewaltige Maschinerie. Rund 100 Tonnen müssen mit mehreren Fahrzeugen transportiert und mit eigener Kranmaschine und viel Manpower aufgebaut werden. Sobald sich die Gondeln drehen, sieht man davon allerdings kaum noch etwas. Und wahrscheinlich soll das auch so sein, denn die Besucher sollen nicht über Transporte, Hydraulik oder Technik nachdenken. Sie sollen einsteigen. Die Tür schließt sich. Das Rad setzt sich langsam in Bewegung. Und ab dann zählt nur noch der Blick nach draußen.
Scheidacher nennt das ein Stück „Urlaubs-Feeling“. Wer am Abend einmal ganz oben angekommen ist, versteht schnell, was er damit meint.

Auch optisch macht„DAS Riesenrad“ wirklich Spaß. Mehr als 132.000 RGB-Leuchtstellen setzen das Rad nach Einbruch der Dunkelheit in Szene. Die geschlossenen Panorama-Gondeln sind rundum verglast, belüftet und mit gepolsterten Sitzbänken ausgestattet. Zudem sind alle Gondeln rollstuhlzugänglich. Das passt zu Scheidachers Anspruch: Sein Riesenrad soll nicht einfach Menschen ein paar Runden drehen lassen. Es soll ein Ort für alle Generationen sein. Einer, an dem Momente entstehen, an die man sich erinnert.
Momente, in denen wir einmal nicht auf´s Handy blicken (nicht einmal auf die Laurenzi-App). Sondern einfach hinausschauen. Auf unsere Stadt. Auf unsere Mess’.

