Er ist erst zum zweiten Mal auf der Laurenzi-Messe – und trotzdem zählt er unsere Mess’ definitiv zu den Top 3 der schönsten Volksfeste, auf denen er arbeitet. Max ist seit diesem Jahr der Oberkellner im Festzelt der Familie Papert in Marktheidenfeld. Seinen Job beschreibt er als Bindeglied zwischen Gast und Kellner sowie zwischen Kellner und Festwirt.
Bereits seit seinem 15. Lebensjahr arbeitet der gelernte Koch in der Gastronomie. Über das Jahr verteilt bedient er auf 15 bis 18 Volksfesten. Genug Erfahrung also, um die Platzierung der Laurenzi unter den Top 3 der Volksfeste durchaus als fundierte, professionelle Einschätzung zu bewerten. Was noch immer viele Gäste nicht wissen: Kellner sind nicht in einem normalen Angestelltenverhältnis. Sie kaufen Bier und Speisen ein und verkaufen diese an den Gast weiter. Wer sich schon einmal die Frage gestellt hat, warum die Biermarke im Festzelt nur 10,30 Euro kostet, der Bierpreis für die Maß allerdings bei 11,10 Euro liegt: Genau diese Differenz bekommt der Kellner. Vor Steuern.
Ähnlich verhält es sich beim Essen: Für ein halbes Hähnchen zahlt man – ohne Bedienung – 12,50 Euro, an den Tisch gebracht einen Euro mehr. Und für diese Differenz läuft der Kellner zum Ausschank und zurück zum Gast, stellt sich an der Essensausgabe in die Schlange, bringt das Essen an den Tisch und räumt am Ende die leere Maß und das Geschirr wieder ab. Dabei ist es egal, wie voll das Festzelt ist: Der Kellner muss sich auch am Abend durch die vollen Gänge arbeiten, denn er wird nicht nach Stunden, sondern pro verkauftem Bier bezahlt.
Max weiß: Wer als Kellner Geld verdienen will, muss auch am Gast sein. Präsent sein. Bestellungen aufnehmen und diese schnell bringen, um anschließend schon die nächste Bestellung an einem anderen Tisch aufzunehmen, für den der jeweilige Kellner verantwortlich ist. Und natürlich freut sich jeder auch über ein Trinkgeld vom Gast.
Zur Wahrheit gehört aber auch: Wer nicht „am Gast“ ist und sich nicht um einen freundlichen Service bemüht, verdient schlicht kein Geld.
Wer zu später Stunde im Festzelt feiert, bemerkt jeden Abend: Für den Service ist das Hochleistungssport! Meist seit 10:30 Uhr auf den Beinen und ständig quer durchs Festzelt – mit Essen, Tabletts und Maßkrügen bepackt und in Marktheidenfeld oft mitten durch eine Menschenmenge in den Gängen.
Was wir uns von den Kellnern wünschen, sollten wir ihnen ebenfalls entgegenbringen: ein freundliches Wort, ein „Danke“ und „Bitte“ und manchmal eben auch etwas Verständnis dafür, dass es im Hochbetrieb etwas länger dauern kann.
Dass das in Marktheidenfeld schon gut funktioniert, beweist auch die Aussage von Max. Im vergangenen Jahr wurde er zum ersten Mal kurzfristig gefragt, ob er nach Marktheidenfeld kommen möchte. Unser Volksfest ist ihm offenbar so positiv in Erinnerung geblieben, dass er es bereits im zweiten Jahr zu den Top 3 der Volksfeste zählt, auf denen er arbeitet.
Wenn wir ausgelassen feiern, Spaß haben und die Laurenzi-Messe besuchen, um unsere Freizeit zu genießen, dürfen wir eines nicht vergessen: Wir können das nur deshalb, weil andere in diesem Moment für uns arbeiten – und für 0,80 Euro brutto pro Maß quer durchs Festzelt rennen, um damit ihren Lebensunterhalt zu verdienen.
Danke an alle Kellnerinnen und Kellner. Einfach mal so.
