175 Jahre Alte Mainbrücke in Marktheidenfeld

Feierliche Verkehrsübergabe fand am 29. Januar 1846 statt

25.01.2021 -

Ende Januar feiert das Wahrzeichen der Stadt Marktheidenfeld, das auch im Wappen der Stadt geführt wird, Geburtstag: Am 29. Januar 1846, also vor genau 175 Jahren, wurde die Alte Mainbrücke in Marktheidenfeld dem Verkehr übergeben.

 

Zur Geschichte:

In Folge des Wiener Kongresses 1815 wurde Unterfranken – mit dem Großherzogtum Würzburg und dem Fürstentum Aschaffenburg – dem Königreich Bayern zugeschlagen. Um die neuen Landesteile besser zu erschließen, ließ König Ludwig I. von Bayern die Landverbindung zwischen Würzburg und Aschaffenburg ausbauen. Dazu sollte auch eine feste Überquerung des Main gehören. Der König traf 1835 die Entscheidung, eine Mainbrücke bei Marktheidenfeld bauen zu lassen. Ein Beitrag zur Brücke stammt auch von dem Architekten Leo von Klenze. „Dieser Brückenbau ist wohl ohne Zweifel der größte, welcher jetzt in Teutschland ausgeführt wird und die Pracht des Materials und schöne Construction werden der Größe des Ganzen wohl entsprechen“, schreibt Klenze am 1. August 1841 in einem Brief an Ludwig I.

Der Marktheidenfelder Chronist Georg Trunk berichtet über die Eröffnung am 29. Januar 1846: „Erster Fuhrmann über die Brücke war Federlein aus Nürnberg mit einem von sechs Pferden gezogenen schwer beladenen Güterwagen“. Vorher schwärmt er: „Bei Marktheidenfeld wurde auf Staatskosten eine steinerne Brücke über den Mai erbaut, so massiv und schön, wie am Mainufer keine mehr steht.“

Ludwig Braunfels schreibt in seinem Buch „Die Mainufer und ihre nähere Umgebung“, das 1847 erschien: „Die neue Straße, die von Aschaffenburg hierdurch nach Würzburg führt und die bisherige Überfahrt bei Lengfurt entbehrlich macht, wurde Anlaß zum Bau der neuen Brücke, die eine der schönsten in Deutschland ist. In sieben gewaltigen Bogen prangt das stattliche Werk zur Zierde der Gegend und zur Ehre seines Erbauers, des Ingenieurs May.“ Braunfels nimmt hier Bezug auf Georg Heinrich May, den Leiter der Königlichen Bauinspektion Aschaffenburg.

Auf Veranlassung des Königs fand ein Modell der Brücke in der Polytechnischen Schule zu München bei den Vorlesungen über Brückenbau Verwendung.

„Es besteht noch immer keine Klarheit, ob unsere Alte Mainbrücke in ihrem denkmalgeschützten Zustand erhalten bleibt“, nimmt Marktheidenfelds Erster Bürgermeister Thomas Stamm das Jubiläum zum Anlass für kritische Worte. Seit Jahren stehe beim Thema Brückenpfeiler die Entscheidung der zuständigen Ministerien aus. „Wir werden uns weiter für den Erhalt aller Brückenpfeiler einsetzen“, macht Stamm klar. „Ich bin mir sicher, dass wir in dieser Sache einen Großteil des Stadtrats und der Bevölkerung hinter uns haben.“

Noch heute ist die Alte Brücke in Marktheidenfeld eine der schönsten im gesamten Verlauf des Mains. Aus Anlass des Jubiläums soll es in Marktheidenfeld auch ein „Brückenfest“ geben. Ob und wann dieses stattfindet und wie es konkret aussieht, steht pandemiebedingt noch nicht fest.

 

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